Bosch Mahle Joint Venture geht mit Turboladern auf Erfolgsspur

Bei Dieselmotoren ist der Einsatz von Turboladern mittlerweile üblich. Der Trend zum Downsizing verschafft dem Turbolader nun aber auch bei Ottomotoren ein hohes Wachstumspotenzial. Denn durch Aufladung in Verbindung mit Benzin-Direkteinspritzung können die heute weitverbreiteten 1,5- bis 3,0-Liter-Saugbenzinmotoren durch kleinere Motoren mit gleicher Leistung ersetzt werden.

Lange Zeit fehlte am Markt ein qualitätsorientierter, innovativer und zuverlässiger europäischer Produzent von Turboladern mit Systemkompetenz. Bis die beiden Unternehmen Bosch und Mahle im Jahre 2008 beschlossen, zusammen zu arbeiten und das Gemeinschaftsunternehmen Bosch Mahle Turbo Systems (BMTS) zu gründen – schließlich ergänzt sich das Know-how beider Mutterunternehmen perfekt.

Bosch steht sowohl bei der Benzindirekteinspritzung als auch bei der Common-Rail-Technologie für Dieselmotoren weltweit an führender Stelle, Mahle wiederum verfügt über langjährige Erfahrung in der Fertigung von Turboladerkomponenten. Damit waren dem Startup beste Voraussetzungen für eine Erfolgsstory gegeben. Bis 2016 will das junge Unternehmen mit sieben Kunden Projekte realisieren – und jährlich rund 2,3 Millionen Abgasturbolader fertigen. Weitere Projekte sind bereits in der Akquise. Ziel ist mittelfristig ein Marktanteil von 15 Prozent. Und auch bei der Qualität wollen die Stuttgarter marktführend sein. Ein gutes Beispiel dafür ist der von BMTS entwickelte und eingeführte End-of-Line-Test, bei dem die Abgasturbolader am Ende der Produktionslinie mit Pressluft angetrieben und einer Funktions- und Dichtigkeitsprüfung unterzogen werden, um das optimale Zusammenspiel aller Einzelteile mit kleinsten Fertigungstoleranzen gewährleisten zu können. Alle Daten werden bauteilbezogen gespeichert. So kann nicht nur die Fertigungsqualität dokumentiert werden, es können auch Fertigungsparameter optimiert und Feldrückläufer zurückverfolgt und präzise analysiert werden.

Für den VW-Konzern waren diese Leistungen Grund genug, Bosch Mahle Turbo Systems mit dem Volkswagen Group Award 2012 auszuzeichnen. Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, und Dr. Francisco Javier Garcia Sanz, Konzernvorstand für den Geschäftsbereich Beschaffung, würdigten insbesondere die herausragende Zuverlässigkeit und innovative Arbeitsweise von BMTS. „Der rege Wissensaustausch zwischen unseren Unternehmen trägt maßgeblich zum gemeinsamen Erfolgskurs bei der Entwicklung und Verbesserung von aufgeladenen Otto- und Dieselmotoren bei“, bestätigen sie das Erfolgsrezept in der Verleihungsurkunde.

„Wir wollen den Turbo auch im Werkzeugwesen“

Achim Fedyna, Vice President Production Technology, hat das Thema Tool Management im Haus Bosch Mahle Turbo Systems neu ausgerichtet. (Bild: BMTS)

Interview mit Achim Fedyna, Vice President Production Technology bei Bosch Mahle Turbo System

KROMI newsletter: Herr Fedyna, warum ist das Thema Zerspanungswerkzeuge für Bosch Mahle so wichtig?

Fedyna: Die Qualität unserer Produkte wird im wesentlichen durch unsere Fertigungsprozesse bestimmt. Wir arbeiten mit extrem geringen Toleranzen. Da brauchen wir sehr stabile, hochwertige Technologien. Auch wenn der Anteil der Werkzeugkosten an den Gesamtkosten eines Bauteils nicht sehr groß ist, ist der Einfluss der Werkzeuge und Maschinen auf das Gesamtergebnis elementar.

KROMI newsletter: Warum arbeiten Sie hier mit KROMI als Dienstleister zusammen?

Fedyna: Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist da natürlich die zuverlässige und stabile Versorgung der Fertigung mit Werkzeugen über die KROMI Tool Center. Das alleine würde aber nicht ausreichen. Was viel wichtiger ist, sind die Verbrauchsdaten, die wir von KROMI bekommen und mit den Produktionszahlen abgleichen. Darüber lassen sich die aktuellen Werkzeugkosten pro Bauteil berechnen. Da zeigt sich dann sofort, wo wir im laufenden Prozess stehen und wo wir umgehend nachregeln müssen.

KROMI newsletter: Was war für Sie in der Entscheidungsphase noch wichtig?

Fedyna: Um das Projekt im eigenen Hause umsetzen zu können, sind natürlich ergebniswirksame Faktoren besonders wichtig. Dazu gehört die Reduzierung des Lagerbestandes durch die Übernahme der Werkzeuge durch KROMI. Ausschlaggebend waren aber auch die von KROMI avisierten Einsparungen, die sich schon jetzt positiv auf das Gesamtergebnis auswirken.

KROMI newsletter: Wie sehen Sie das Projekt nach Abschluss der Pilotphase?

Fedyna: Wir erkennen bereits jetzt, dass die Zusammenarbeit unsere Erwartungen voll erfüllt. So haben wir beispielsweise das Wissen über den Zustand unserer Werkzeuge deutlich gesteigert. Bereits erkannte Potentiale lassen sich jetzt mit konkreten Daten belegen, so daß wir an diesen Stellen zielgerichtet weitere Verbesserungen durchführen können.

KROMI newsletter: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit in der Praxis?

Fedyna: Wir wollten einen Partner, der uns im Hinblick auf Rationalisierungspotenzial in der Fertigung kompetent unterstützt. Mit KROMI als herstellerneutralem Tool Manager haben wir jetzt jederzeit Unterstützung vor Ort und vor allem auch jemanden, der sich gemeinsam mit unseren Mitarbeitern im Haus intensiv um das gesamte Werkzeugwesen kümmert.

Profil

Firma: Bosch Mahle Turbo Systems
Gründung: 2008 als Joint Venture zwischen Bosch und Mahle
Sitz: Stuttgart (DE)
Mitarbeiter: ca. 400
Branche: Maschinenbau
Produkte: Turbolader für PKW und NKW, Ladedruckregelung, Aktuatoren

A view of the core of a turbocharger reveals two sensitive areas: alongside the compact and innovative bearing, it is above all the impeller and turbine that constitute the core competence of the company Bosch Mahle Turbo Systems. (Photo: Bosch Mahle Turbo Systems)
Tool Management der Extraklasse: Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase im österreichischen St. Michael hat Bosch Mahle Turbo Systems die KROMI Logistik AG mit der Gesamtversorgung der Werkzeuge für das Produktionswerk in Blaichach beauftragt. (Foto: KROMI)

Ihr Ansprechpartner:

Herr Wolf-Dietrich Pilz

Kromi Logistik AG
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